Wir segeln wieder mit der SEA ANGEL und der RATZ FATZ. Beide Yachten sind wie in der ersten Segelwoche mit 11 bzw. 10 Personen voll besetzt. Karl nutzt die Chance, einen kurzfristig frei gewordenen Platz zu besetzen und bleibt gleich da.
Karl ist noch müde von der ersten Woche mit zu wenig Schlaf.
Bei schönem Wetter rückt unsere neue Crew an. Dabei eine hochmusikalische Familie aus Mainz, die gelegentlich mit improvisierten Liedern zur guten Stimmung beiträgt.
Sonntag starten wir kurz vor 11 Uhr bei schwachem Westwind. Die betonnte Fehmarnsund-Rinne versuchen wir, hoch am Wind zu segeln, müssen aber bald aufgeben und motoren zur Westküste von Fehmarn.
Gegen Mittag wird es trüb. Wenigstens können wir noch ca. 6,5 Seemeilen segeln, bevor der Wind einschläft. Gemütlich geht es ohne Segel nach Marstal auf Aerö. Mittagsimbiss und Kuchen gibt es unterwegs, so kommen wir erst um 18:30 Uhr im Hafen an.
Montag ist die Sicht wieder gut, teilweise ist es sonnig und der Wind bleibt den ganzen Tag um 6 Bft.. Wir segeln durchgehend die 40 Seemeilen nach Nyborg, sind heute 90 Minuten schneller. Wir genießen einen wunderbarer Segeltag, bei dem noch genug Zeit für einen Stadtrundgang zu den Wallanlagen bleibt.
Da hier gelegentlich die königliche Yacht
anlegt, ist alles großartig geschmückt.
Die Kanonen dienten der Verteidigung gegen die Schweden. Heute erfüllen sie einen anderen Zweck.
Außer als Klettergerät werden sie einmal im Jahr am Nationalfeiertag eingesetzt: In mittelalterlicher Offizierskleidung geht es mit einem Spielmannszug durch die Stadt zum Wasserturm. Dann wird dreimal geschossen, allerdings ohne die daneben liegenden schweren Kugeln einzusetzen.
Vor dem Ablegen wird Wasser gebunkert. Anscheinend verbrauchen wir zu viel.
Dienstagmorgen ist es noch bewölkt, wird aber zunehmend sonniger. Erst um halb 12 Uhr legen wir ab.
Da wir gegen den schwachen Südsüdost-Wind segeln wollen, haben wir viel zu tun: 10 Wenden brauchen wir auf dem Weg in und durch den Langelands-Belt. Unser Ziel Femö im Smalandsfahrwasser geben wir auf, würde mit dem Kreuzen zu lange dauern.
Dennoch beweist sich die SEA ANGEL als schnelle Yacht: Kaum mehr als 45° segeln wir gegen den Wind, dabei erreichen wir noch 4,5 Knoten Fahrt bei nur 5 Knoten Wind.
So laufen wir erst um halb acht Uhr abends in den Hafen von Spodsbjerg bei spiegelglatter See ein.
Hier ist die RATZ-FATZ beim Anlegen in eine Box.
Der Wetterbericht verheißt zunehmende Winde aus östlichen Richtungen. Ein weit entferntes Sturmtief wird uns nicht mehr erreichen.
Wir haben wieder wunderbare Segeltage mit blauem wolkenlosem Himmel. Der Ostwind nimmt stetig im Tagesverlauf zu bis um 6 - 7 Bft.. Da wir später zurück nach Heiligenhafen müssen, segeln wir zunächst weiter südöstlich. Somit brauchen wir auch wieder zahlreiche Wenden, wobei wir aber mit beiden Yachten sehr schnell segeln können, bis wir in Rödby im Hafen einlaufen.
Vom Anlegekai nahe dem Yachtclub ist es nah zum Strand. Zum Schwimmen am Abend ist die Ostsee doch recht kühl. Es reicht mit den Füßen zu probieren.
Dafür gibt es noch ein Fußball-Match zwischen den Dünen.
Auch am Donnerstag ist herrliches Wetter. Wir schaffen heute gegen den Ostwind mit 5 Bft. hoch am Wind über den Fehmarn-Belt nach Kühlungsborn zu segeln, haben dabei kräftigen Seegang.
Bereits nach fünfeinhalb Stunden laufen wir in den vollen Hafen ein, können am Kai zwischen den Stegen festmachen. Am Nachmittag bleibt genug Zeit, sich am Strand auszutoben.
Am Freitag müssen wir zurück. Der Wind aus Nordost ist ideal, so segeln wir in nur vier Stunden nach Burgtiefe, während die RATZ-FATZ noch durch die Fehmarnsund-Brücke weiter nach Heiligenhafen segelt.
Es bleibt viel Zeit für den Bordputz und zum Packen.
Als die Crew auf dem Heimweg ist, sitzen die Skipper Friedrich und Wolfram zusammen beim Abendessen.
Mitte September kommt die Crew der SEA-ANGEL zum Nachtreffen in Neu-Anspach noch einmal zusammen.